Oboe, Klarinette, Fagott und Klavier – eine in dieser Saison erstmals bei den Schlosskonzerten vertretene Besetzung. Im Mittelpunkt stehen die Rohrblasinstrumente, deren klangliche Individualität und Ausdrucksvielfalt in unterschiedlichen stilistischen Kontexten hörbar wird. Eugène Bozzas »Fantaisie Pastorale« für Oboe und Klavier eröffnet das Programm.
Es folgt Mikhail Glinkas »Trio Pathétique«, das emotionalen Ausdruck mit formaler Geschlossenheit verbindet. Die vier Sätze – vom energischen Beginn über das virtuose Scherzo und das expressive Largo bis zum temperamentvollen Finale – zeigen die Nähe der Rohrblasinstrumente zum Gesang und ihre Fähigkeit zu dramatischer Zuspitzung.
Jacques Iberts »Cinq Pièces en Trio« vereinen in kurzen Miniaturen Klarheit, rhythmische Schärfe und feine Ironie. Ibert nutzt die spezifischen Farben der Holzbläser, um kontrastierende Charaktere nebeneinanderzustellen und das kammermusikalische Zusammenspiel in wechselnden Rollen zu beleuchten.
Witold Lutostawskis »Trio d’anches« entstand 1945 in einer Zeit des stilistischen Umbruchs und zeigt eine reduzierte, zugleich hochkonzentrierte Tonsprache. Rhythmische Präzision, klare Strukturen und der bewusste Verzicht auf romantische Klangfülle setzen einen markanten Kontrast.
Den Abschluss bildet Francis Poulencs Trio für Oboe, Fagott und Klavier, das zwischen Neoklassizismus und persönlicher Klangsprache oszilliert. Schlichte Linienführung trifft auf überraschende harmonische Wendungen und abrupte Stimmungswechsel – diese Gegensätze verleihen dem Werk seine Spannung und machen es zu einem kraftvollen Schlusspunkt des Abends.